Gesundheit ist kein Zufall

Es sind die großen Fragen der Krankheitsvorsorge, die ich in diesem Vortrag beantworten möchte: Was schenkt uns die innere Kraft der Gesunderhaltung? Was können wir heute für eine gesunde und glückliche Gesellschaft von morgen tun? Was ist Gesundheit überhaupt?

Was ist Gesundheit?

Glauben Sie immer noch Gesundheit sei die Abwesenheit von Krankheit? Oder denken Sie, ganz im Sinne der Weltgesundheitsorganisation WHO, Gesundheit sei „ein Zustand kompletten körperlichen, mentalen und sozialen Wohlbefindens?“ Vergessen Sie`s. Das eine ist naiv, das andere eine Utopie. Gesundheit ist noch nicht einmal ein Zustand. Sie ist ein Prozess. Und der beginnt bei den Großeltern und wird bei den Enkeln nicht enden. Gesundheit ist ein Generationenprojekt.

Die Epigenetik, ein neuer, revolutionärer Zweig der Molekularbiologie macht deutlich: Gesundheit und Persönlichkeit sind immer ein gemeinsames Produkt aus Erbe, Umwelt und Vergangenheit. Gesundheit ist unsere Fähigkeit, sich widrigen Einflüssen zu widersetzen. Sie ist letztlich die Folge unserer Prägung. Und mit eben dieser Prägung beschäftigt sich die Epigenetik. Sie zeigt: Das Auftreten einer Krankheit mag zwar in vielen Fällen dem Zufall geschuldet sein. Die Wahrscheinlichkeit aber, mit der dieses Ereignis eintritt, das Erkrankungsrisiko, ist oft beeinflussbar. Es ist eine Frage der Gesundheit. Es ist ein Folge all der zahllosen Einflüsse, die dafür gesorgt haben, dass wir wurden wie wir sind.

Was haben Sie heute gefrühstückt?

Was haben Sie heute gefrühstückt? Fahren Sie regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit? Haben Sie sich in den letzten Tagen mal so richtig Zeit für sich selbst genommen und Stress abgebaut? Wann haben Sie Ihrem Kind zuletzt über den Kopf gestreichelt und es aufgemuntert? Warum ich solche Fragen stelle? Sie berühren Themen, um die es in meinen Büchern Gesundheit ist kein Zufall und Der zweite Code geht. Denn fast alles, was wir Menschen tun und was andere mit uns tun, wirkt sich auf unsere Zellen aus. Es hinterlässt Spuren im molekularbiologischen Fundament unseres Körpers. Es prägt unsere Persönlichkeit und unsere Gesundheit, macht uns mehr oder weniger resilient und mehr oder weniger krankheitsanfällig.

ORF Radio Vorarlberg | 26.11.2011 | "Focus" | ca. 52 Minuten [zum Podcast]

Podcast des Vortrags
„Wir sind nicht die Marionetten unserer Gene“

Fühlen Sie sich nicht als Marionetten Ihrer Gene

Die neue Wissenschaft der Epigenetik zeigt, dass Umwelteinflüsse tief hinein wirken in das Innerste unsere 30 Billionen Zellen. Sie verändern Strukturen am und im Erbgut, die wie ein Gedächtnis wirken und die Aktivierbarkeit der Gene verstellen. Dadurch verändern Zellen dauerhaft ihre Aufgaben und ihre Arbeitsweise. Und vieles spricht dafür, dass derartige epigenetisch gespeicherte Umweltanpassungen sogar an folgende Generationen weitergegeben werden. Sicher geschieht dies indirekt, denn die Eltern bestimmen die Umwelt ihrer Kinder und entscheiden so maßgeblich über die wichtigste Zeit in der Prägung eines Menschen. Aber wahrscheinlich geschieht dies auch ganz direkt, indem wir epigenetische Signale zusätzlich zu den Genen mit den Ei- und Samenzellen weiterreichen. Ich fordere deshalb, über eine neue Biologie der Vererbung nachzudenken.

Dieser Vortrag zeigt, warum unsere Gesundheit ein Generationenprojekt ist. Und er erklärt, wie weit wir unsere Gesundheit und die unserer Kinder und Enkel selbst in der Hand haben. Gesundheit ist nicht das Gegenteil von Krankheit. Wir werden nicht gesund oder krank geboren. Gesundheit ist ein andauernder Prozess. Sogar die Erfahrungen der Eltern und Großeltern, deren Ernährungsgewohnheiten oder seelische Belastungen sind molekularbiologisch gespeichert. Besonders wichtig sind zudem die Erlebnisse aus dem Mutterleib und dem ersten Jahr nach der Geburt.

SWR2 | 16.10.2011 | Sendung “Aula” | ca. 28 Minuten


Podcast des Radiovortrags
Ein anderer Code. Wie wir unser Erbgut steuern
© Peter Spork

Faszinierende Forschungsergebnisse

Unterstützt mit einer Bilderschau erkläre ich auf populärwissenschaftliche Art die faszinierenden Forschungsergebnisse aus dem neuen Teilgebiet der Genetik. Die Botschaft: Fühlen Sie sich niemals als Marionetten Ihrer Gene. Vertrauen Sie darauf, dass Sie Ihre Konstitution, Ihren Stoffwechsel, Ihre Lebenserwartung, Ihre Persönlichkeit ändern können. Anders als die Bio-Fatalisten es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder behauptet haben, ist unser Leben nicht bis ins Kleinste vom Erbgut vorbestimmt. Molekularbiologische Schalter und Dimmer sitzen an den Genen und bestimmen über unsere Genregulation. Und diese Schalter können wir mit Hilfe unseres Lebensstils verändern.

Ich erkläre, wie die epigenetischen Schalter funktionieren, zeige, wieso die Umwelt und unser Lebensstil sie verstellen können, und was wir tun sollten, damit sie sich in eine gesund machende und ein langes Leben schenkende Richtung verstellen. Zudem sage ich, was Eltern tun können, damit sie auch bei ihren Kindern die richtigen epigenetischen Weichenstellungen vornehmen.

Für die ein- bis eineinhalbstündigen Präsentationen benötige ich Beamer und Leinwand. Auf Wunsch verbinde ich den Vortrag gerne mit einer Lesung. Dabei lese ich zwischen einzelnen Abschnitten des Vortrags kurze Passagen aus Gesundheit ist kein Zufall vor.

 

Aus dem Inhalt

Wir haben unsere Gesundheit ein Stück weit selbst in der Hand
Warum Gesundheit nicht das Gegenteil von Krankheit ist, und warum sie anders als die WHO es definiert kein Zustand sondern ein Prozess ist. Was wir tun können, um diesen Prozess positiv zu beeinflussen.

Gesundheit ist ein Generationenprojekt
Anschaulich und spannend verdeutlich dieser Vortrag, wie die Weitergabe von Gesundheit und Persönlichkeit funktioniert und wie wir sie ein Stück weit steuern können.

Was uns resilient macht
Wie frühkindliche und vorgeburtliche Erlebnisse die Entwicklung des Gehirns beeinflussen, damit den Charakter für das ganze Leben prägen und wieso Psychotherapie funktioniert.

Freiburger Horizonte | 13.04.2016 | Video | ca. 80 Minuten [zum Podcast]

Öffentlicher Vortrag, Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), Aula der Universität:
Warum wir keine Marionetten unserer Gene sind – Eine Einführung in die Epigenetik

Das Gedächtnis der Zellen
Warum Gene Schalter brauchen: Die wichtigsten epigenetischen Strukturen, warum die Genetik mit dem Anspruch gescheitert ist, eine biomedizinische Revolution auszulösen, und warum es ihr dank der Epigenetik nun doch gelingen dürfte.

Warum wir Macht über unser Erbgut haben
Wie Umweltsignale das Erbgut von Lebewesen umprogrammieren können: Von Bienen, Ameisen, Heuschrecken, Wasserflöhen und natürlich dem Menschen.

Epigenetik der Gesundheit
Über die Programmierung des Stoffwechsels: Warum dicke Menschen so schwer abnehmen können, warum hungernde Mütter dicke Kinder bekommen und wie eine epigenetische Ernährung aussehen könnte.

Rezepte für ein hohes Alter
Wie wir epigenetisch gesteuerte Programme aktivieren können, die uns ein langes Leben schenken.

Eine neue Biologie der Vererbung
Einige epigenetische Anpassungen scheinen Menschen sogar an ihre Kinder und Enkel zu vererben. Damit rüttelt die Epigenetik an einem der zentralen Dogmen der Biologie: Wir vererben mehr als unsere Gene!