Wake up!

Über den Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft. Lesung und Vortrag zum Buch Wake up!. Viele wissenschaftlich fundierte aber locker präsentierte und überraschend neue Ideen, wie wir angesichts der vielfältigen Anforderungen des Arbeitsalltags der Schlafmangelfalle entkommen können.

Auf der Basis der neuesten Erkenntnissen aus Chronobiologie und Schlafforschung gebe ich – angeleht an meinen Wake up! Plan praktische, fundierte Tipps für eine ausgeschlafene Gesellschaft mit größerer Resilienz und Kreativität, mit weniger Burnout und Depressionen, weniger Schlaflosigkeit und Gereiztheit, weniger Übergewicht und Diabetes.

Dieser Vortrag ist ein engagiertes Plädoyer für eine neue Zeitkultur am Arbeitsplatz, in der Freizeit und in der Gesellschaft. Damit wir alle wieder freundlicher, widerstandsfähiger und kreativer werden.

SWR2, 9.8.2015, Sendung „Aula“ | ca. 29 Minuten


Podcast des Radiovortrags
Wacht endlich auf! Die ausgeschlafene Gesellschaft
© Peter Spork

In acht Punkten aus der Schlafmangelfalle.

Von der Sommerzeit bis zur Schichtarbeit, übertriebenem Präsentismus am Arbeitsplatz und einem viel zu frühen Schulbeginn: Wir leben permanent gegen unsere innere Uhr – und ruinieren damit unsere seelische Resilienz und unsere körperliche Gesundheit.

Ich habe wissenschaftliche Erkenntnisse aus Biologie und Medizin auf unseren Alltag übertragen – und einen 8-Punkte-Plan entworfen, wie wir wieder im Einklang mit dem Rhythmus der Natur leben können. So gehören nicht nur die Sommerzeit abgeschafft, der Schulbeginn verschoben und die Schichtarbeit verändert, wir brauchen auch mehr Tageslicht bei der Arbeit und in Schulen, mehr Dunkelheit spätabends und nachts sowie ein verändertes Freizeitverhalten.

SRF 2 Kontext | Köpfe der Zeit | Peter Spork im Gespräch mit Sabine Bitter | 28 min

Der oft gehörte therapeutische Ratschlag, man müsse sein Leben entschleunigen, greife zu kurz, sagt der Hamburger Wissenschaftsjournalist und Autor Peter Spork in seinem neuen Buch «Wake up. Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft». Es komme vor allem auf einen natürlichen Umgang mit der Zeit an.

Letztlich geht es darum, mehr zu erreichen obwohl wir weniger tun. Es sollte Menschen zunehmend möglich sein, die Arbeit an wechselnden Orten und zu der Zeit zu leisten, zu der sie nach ihrer inneren Uhr besonders leistungsfähig sind.

 

Aus dem Inhalt: Der Wake up! Plan

Werft die Wecker weg!
Die Chronotypen der Menschen müssten bei der Einteilung der Arbeitszeit mehr berücksichtigt werden: Eulen und Eulenhafte sollten eher spät, Lerchen und Lerchenhafte eher früh arbeiten. Dann müsste kaum noch jemand einen Wecker stellen.

Schafft die Sommerzeit endlich ab!
Die Zeitumstellung auf die Sommerzeit ist einer der größten Schlafräuber überhaupt. Ihretwegen gehen rund zwei Drittel der Bevölkerung sieben Monate lang zu spät ins Bett oder schlafen nicht rechtzeitig ein. Das ist vor allem fatal, weil ausreichender Schlaf für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit so wichtig ist.

Vom Ende der Schichtarbeit
Dank der neuesten Erkenntnisse der Chronobiologie reifen derzeit Konzepte für eine weniger gesundheitsgefährdende Schichtarbeit. Außerdem sollten Nacht- und Schichtarbeit besser bezahlt, mit Freizeit ausgeglichen und auf das Notwendigste beschränkt werden.

Mehr Licht am Tag!
Hellere Büros und Klassenräume sowie häufigere Spaziergänge im Freien stabilisieren unsere inneren Uhren, lassen uns abends früher müde werden und morgens früher wach.

Nachts mehr Dunkelheit!
Spätabendliches Licht kann das Tempo der inneren Uhren verzögern und uns so am Einschlafen hindern.

Macht Schulzeiten für Schüler, nicht für Lehrer!
Jugendliche sind aus biologischen Gründen besonders eulenhaft. Werden sie um acht Uhr morgens unterrichtet, ist das für sie mitten der Nacht.

SR 3 Aus dem Leben | 25.10.2016 | „Zeit-Kultur“ | ca. 61 Minuten [zum Podcast]

Podcast
Uwe Jäger im Gespräch mit dem Neurobiologen und Journalisten Peter Spork

Mach mal Pause!
Arbeitgeber sollten für ihre Mitarbeiter Ruheräume einrichten und mehr bezahlte Pausen anbieten. Vor allem aber sollten Vorgesetzte mit gutem Beispiel vorangehen und selber öfter eine Pause machen – vielleicht sogar das eine oder andere Nickerchen. Erst dann werden Menschen, die einen so genannten Powernap wagen, keine Sorge mehr haben, als faul abgestempelt zu werden.

Esst euch fit!
Auch mit einem gesunden Timing von Sport und Mahlzeiten kann man das Tempo und die Stärke seiner inneren Uhren postitiv beeinflussen.